Marc / MTG

Drei Fragen an Marc

Zum 100. Geburtstag von Henry Kissinger führen wir unsere Reihe „Drei Fragen an…“ mit unserem Kollegen Marc weiter. Der Diplom-Ingenieur Schiffbau ist bei Designs für den Gesamtentwurf und die schiffstechnische Integration sowie für die Durchführung von Marktrecherchen zuständig..

Henry Kissinger wird morgen 100 Jahre alt. Marc, was verbindet dich mit ihm?
Mal abgesehen von dem Detail, dass wir beide in Deutschland zur Welt gekommen sind, teile ich mit Kissinger vor allem die Einstellung und Erfahrung zu Kompromissen. Er sagte dazu: „Ein Kompromiss ist nur dann gerecht, brauchbar und dauerhaft, wenn beide Parteien damit gleich unzufrieden sind.“ Dieser Aussage würde ich mich voll anschließen. Wie in der Politik ist auch beim Entwurf hochkomplexer technischer Produkte – wie in meinem Fall Marineschiffen – die Suche nach dem idealen Kompromiss eine immer wieder aufs Neue faszinierende und herausfordernde Mammutaufgabe. Das erfordert Kommunikation, Geduld, Hartnäckigkeit, Begeisterungsfähigkeit sowie die Bereitschaft, über den Zaun zu schauen und bestehende Ansätze aus verschiedenen Blickwinkeln zu analysieren und zu hinterfragen; dann kommen die besten Lösungen oft genug auch ganz plötzlich wie von selbst und man ist gefühlt plötzlich genauso sehr Zuschauer wie Akteur.

Und was machst Du, wenn Du nicht gerade Schiffe designst und Kompromisse suchst?
Sobald ich mich von meiner Arbeit losreißen kann, beschäftige ich mich mit meiner Familie, backe Brot oder Kuchen und schmeiße zusammen mit meiner Frau den Haushalt. Ich genieße aber auch jede einsame Stunde, die ich draußen mit der Pflege, Planung, Gestaltung und Optimierung unseres kleinen aber wunderschönen Nutz- und Wohlfühlgartens verbringen kann. Jedes Stückchen Obst und Gemüse, das wir von dort ernten und verzehren, macht mich super stolz und glücklich.
Ich lese grundsätzlich gerne, aber für mehr als die aktuellen Tagesnachrichten fehlt mir leider meistens die Zeit. Früher habe ich auch mal mehr schlecht als recht Gitarre gespielt und bin sogar als Musiker und Sänger zu Irish-Pub-Sessions in Hamburg gegangen. Aber dazu komme ich schon seit der Geburt meines Sohnes, unserem Hausbau und Umzug aus Hamburg ins ländlich-schöne Schleswig-Holstein genauso selten wie zum Fernsehen. Das ist zwar schade; aber auch privat muss man kompromissbereit sein und Prioritäten setzen. Und man ändert sich im Lauf der Zeit auch immer wieder.
Freunde und weitere Familie haben wir natürlich auch, aber die sehen wir leider viel zu selten, da viele davon relativ weit weg leben, mein Vater als Extrembeispiel zum Beispiel in Oberschwaben in Süddeutschland; das sind mehr als 800 Kilometer.
Insgesamt bin ich ein ständig aktiver, wenn auch unsportlicher, und gleichzeitig praktischer und genügsamer bis puristischer Typ Mensch. Ich bin zum Beispiel überhaupt nicht vernarrt darauf, immer die neuste und beste Kleidung, Autos oder Unterhaltungselektronik zu besitzen. Die neuen Handys bekommt bei uns immer meine Frau und ich brauche ihre alten auf, die sie mir im Gegenzug komplett einrichtet. Und ja, die Kombination aus privatem Technik-Purismus und einer beruflichen Faszination für hochmoderne und innovative Produkte passt gefühlt nicht so recht zusammen; ich habe aber wirklich Respekt für Leute, die komplexe Probleme auf einfache Weise lösen. Ich finde zum Beispiel das Konzept von Tiny Houses sehr spannend und habe aus Spaß selbst schon welche entworfen, auch wenn ich mir ein Leben auf so wenig Raum zum aktuellen Zeitpunkt nicht wirklich vorstellen kann; dafür bin ich viel zu sehr Sammler und kann mich schwer von materiellen Dingen trennen. Aber man weiß nie, vielleicht irgendwann mal …

Und was sind deine mittelfristigen Pläne und Projekte?

So langsam wird es trotz großer Mühe immer schwerer, im Haus und im Garten noch freie Plätze für zusätzliche Einrichtungsgegenstände – bevorzugt secondhand – oder neue span-nende Pflanzen zu finden. Aber das ist vielleicht auch ganz gut so; wenn ich ein deutlich größeres Grundstück hätte, würde ich vermutlich eine Obstplantage anlegen und mir zusätzlich zu unseren vorhandenen Katzen ein paar Ziegen als Haustiere holen. Dann wäre ich zwar noch mehr draußen an der frischen Luft, hätte aber noch weniger Zeit für alles.
Aktuell planen wir konkret eine kleine Photovoltaikanlage aufs Dach und die Anschaffung eines elektrischen Kleinwagens als Ersatz für meinen mehr als zehn Jahre alten, wenig spektakulären aber super-praktischen und daher geliebten Toyota Yaris. Aber beide Projekte entwickeln sich eher zäh. Insgesamt mache ich mir recht viele Gedanken, wie wir in Zukunft einfacher und ressourcenschonender leben können und an welchen Stellschrauben man da drehen kann. Ich habe zum Beispiel inzwischen ein echt mieses Gefühl beim Thema Flugreisen. Früher haben meine Frau und ich gerne Urlaube auf den britischen Inseln unternommen. Bei denen sind wir die ganze Zeit von Ort zu Ort gefahren und haben uns unterwegs möglichst viele Sehenswürdigkeiten angeschaut, bevorzugt „Schlösser, Ruinen und andere „alte Steine“, wie wir es nennen. Das haben wir nun auch schon viele Jahre nicht mehr gemacht und es wird höchste Zeit, dass wir wenigstens mal wieder nach Irland kommen und unsere Freunde bei Dublin besuchen. Zum Glück oder auch Pech ist meine Frau ähnlich häuslich und reisefaul wie ich, sodass da nur mäßig Druck von außen besteht. Aber vielleicht ja nächstes Jahr um Ostern herum.
Ansonsten schauen wir mal; kommt Zeit, kommt Projekt. Langweilig wird es mir eigentlich nie und, bis ich so alt wie Henry Kissinger bin, bleiben mir noch einige Jahre.

Pressekontakt

Nina-Viola Königsmark
Tel: +49 40 65803-305
nina.koenigsmark@mtg-marinetechnik.de

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